Marketing-Rechner

Wissens-Guide

Marketing Efficiency Ratio (MER): Deine Kennzahl für gesundes Wachstum

Je präziser die Plattformen einzelne Kampagnen ausweisen, desto weniger stimmt die Summe: Tracking-Lücken, Attribution-Fehler und kanalübergreifende Customer Journeys machen es riskant, dem ROAS einzelner Kampagnen blind zu vertrauen. Der Ausweg ist eine bewusst grobe Zahl. Sie heisst Marketing Efficiency Ratio (MER) und läuft in vielen Shops unter dem Namen «Blended ROAS».

Was ist die MER?

Die Marketing Efficiency Ratio setzt deinen gesamten Werbeaufwand ins Verhältnis zum gesamten Umsatz deines Shops, ignoriert dabei, welche Plattform die Conversion «gemessen» hat, und blickt stattdessen auf das, was am Ende wirklich auf dem Konto gelandet ist. Und mehr steckt nicht dahinter.

MER = Gesamtumsatz ÷ Gesamte Werbeausgaben

Beispiel

Gesamtumsatz im Monat: 20.000 € über alle Kanäle. Gesamtes Werbebudget (Google + Meta + TikTok): 5.000 €.

MER = 20.000 ÷ 5.000 = 4,0x

Für jeden investierten Werbe-Euro kommen 4 Euro Umsatz zurück, egal welcher Kanal die Conversion «beansprucht» hat.

Warum die MER nach iOS 14 unverzichtbar ist

Früher konnten wir fast jede Conversion einer einzelnen Anzeige zuordnen. Heute sehen wir durch Datenschutzbeschränkungen nur noch einen Bruchteil der Wahrheit. Der «Blended»-Ansatz der MER umgeht dieses Problem:

Kein Attribution-Krieg

Es spielt keine Rolle mehr, ob Google oder Meta sich die Conversion «gekrallt» hat. Für die MER zählt das Gesamtbild.

Gesamtsicht statt Kanal-Sicht

Sie zeigt dir, ob dein Marketing-Mix insgesamt profitabel ist oder ob einzelne Kanäle nur auf dem Papier glänzen.

Skalierungssicherheit

Du steuerst Budgets über Umsatz-Wachstum gegen Kosten-Anstieg. Pixel-Daten sind dafür zu wackelig.

Das Muster kenne ich aus meinen Jahren im Konzern-Controlling: Zählte man zusammen, was die einzelnen Bereiche für sich als Erfolg reklamierten, kam regelmässig mehr heraus, als die Gruppe insgesamt verdient hatte. Werbeplattformen machen nichts anderes — Google, Meta und das E-Mail-Tool beanspruchen gerne dieselbe Bestellung. Die MER ist die Konzernrechnung dazu. An ihr müssen sich alle Einzelmeldungen messen lassen.

MER als deine «Nordstern-Metrik»

Während der ROAS dir hilft, einzelne Ads zu optimieren, hilft dir die MER zu entscheiden: «Darf ich heute mein Budget um 20 % erhöhen, ohne dass mein Gesamt-Profit wegbricht?»

MER stabil → gesundes Wachstum

Wenn deine MER stabil bleibt, während der Umsatz steigt, skalierst du profitabel. Jeder zusätzliche Budgeteuro bringt proportional mehr zurück.

MER sinkt → teuer erkauftes Wachstum

Sinkt die MER bei steigendem Budget, erkaufst du dir dein Wachstum zu teuer. Zeit, den Marketing-Mix zu optimieren.

MER im Cockpit prüfen

Willst du wissen, wo dein Break-Even-Point bei deiner aktuellen MER liegt? Nutze unser Marketing Cockpit, um deine Werbeeffizienz zu berechnen und deine «Nordstern-Metrik» live zu überwachen.

Jetzt MER im Cockpit prüfen →

ROAS fürs Micro, MER fürs Makro

Die MER ersetzt nicht den ROAS, sondern ergänzt ihn. Nutze den ROAS fürs Micro-Management, also für Ad-Gruppen und Creatives, und die MER fürs Makro-Management: Budget-Allokation und die Frage, wie schnell du überhaupt wachsen darfst, ohne die Marge zu verlieren. Bei uns heisst das: ROAS wöchentlich, MER monatlich.

Häufige Fragen

Was ist die Marketing Efficiency Ratio (MER)?
Die Marketing Efficiency Ratio (MER) – auch Blended ROAS genannt – setzt den Gesamtumsatz eines Shops ins Verhältnis zu den gesamten Werbeausgaben über alle Kanäle hinweg. Formel: MER = Gesamtumsatz ÷ Gesamte Werbeausgaben. Sie gibt ein plattformunabhängiges Bild der Marketingeffizienz.
Was ist der Unterschied zwischen ROAS und MER?
Der ROAS misst die Effizienz einzelner Kampagnen oder Kanäle auf Basis der Attribution einer Plattform. Die MER misst die Gesamteffizienz des Marketing-Mix auf Basis echter Umsatz- und Ausgabendaten, unabhängig von Attribution. Die MER ist robuster gegenüber Tracking-Lücken.
Warum ist die MER nach iOS 14 wichtiger geworden?
Durch die iOS-14-Datenschutzänderungen können Werbeplattformen nur noch einen Bruchteil der Conversions korrekt zuordnen. Der kanalspezifische ROAS wird dadurch unzuverlässiger. Die MER umgeht das Problem, da sie keine Attribution benötigt – sie vergleicht einfach Gesamtumsatz und Gesamtbudget.
Was ist ein guter MER-Wert?
Ein MER von 3–5x gilt je nach Branche als solide. Der Break-Even-MER entspricht dem Break-Even ROAS (= 1 ÷ Bruttomarge). Bei 50 % Marge liegt er bei 2,0x. Ein steigender MER bei gleichzeitig wachsendem Umsatz signalisiert gesundes, profitables Skalieren.

Hintergrund & Quellen

Mehr über den Autor dieses Artikels findest du auf der Über-uns-Seite.