Marketing Suite

Wissens-Guide

Google Ads Kosten: Was Werbung bei Google wirklich kostet — und was sie kosten darf

Mein eigenes Google-Ads-Budget würden die meisten Agenturen belächeln: ein paar hundert Franken im Monat, für einen B2B-Nischenshop. Trotzdem rechnet es sich — und genau darum geht es bei den Google Ads Kosten. Einen Festpreis für Werbung bei Google gibt es nicht; du bietest in einer Auktion, und was ein Klick kostet, hängt an Branche, Wettbewerb und Qualität deiner Anzeigen. Hier findest du die realistischen Grössenordnungen für Klickpreise und Budget — und die Rechnung, die wichtiger ist als jede Kostenstatistik: was dich ein Klick maximal kosten darf.

Was kostet Google Ads? Wie die Abrechnung funktioniert

Google Ads hat kein Preisschild. Jede Suchanfrage löst eine Auktion aus, und bezahlt wird pro Klick — der Cost per Click (CPC). Was dieser Klick kostet, ergibt sich aus zwei Grössen: den Geboten deiner Mitbewerber und dem Qualitätsfaktor deiner Anzeige. Je relevanter Anzeige und Landing Page zur Suchanfrage passen, desto weniger zahlst du bei gleichem Gebot.

Daraus folgt zweierlei. Erstens: Dieselbe Anzeige kann in zwei Branchen das Zehnfache auseinanderliegen — der Preis kommt vom Wettbewerb, nicht von Google. Zweitens: Ein Mindestbudget verlangt Google nicht. Du legst dein Tagesbudget selbst fest, und nach oben begrenzt dich nur deine eigene Rechnung.

Google Ads Preise: Was kostet ein Klick? CPC-Richtwerte

Ein universeller CPC-Benchmark ist nicht seriös anwendbar, weil die Preise extrem nach Branche, Plattform und Keyword-Wettbewerb variieren. Als grobe Orientierungspunkte für Google Ads:

Segment USD EUR
E-Commerce / Shopping 0,50–3 $ 0,45–2,75 €
SaaS / B2B (Search) 8–15 $ 7,50–14 €
Recht / Versicherung / Finanz 10–30+ $ 9–28+ €

Werte in USD/EUR; CHF-Klickpreise liegen erfahrungsgemäss ca. 5 % höher.

Umkämpfte Rechts-, Finanz- und B2B-Themen liegen damit ein Mehrfaches über Retail — dort steckt hinter jedem Klick ein deutlich höherer Kundenwert, der die Gebote treibt. Deinen eigenen Klickpreis und die Einordnung dazu liefert der CPC-Rechner.

Welches Budget brauchst du?

Die Mechanik ist unspektakulär: Du legst ein Tagesbudget fest, die Monatskosten liegen bei rund Tagesbudget × 30,4. An einzelnen Tagen darf Google bis zum Doppelten des Tagesbudgets ausliefern, wenn die Nachfrage es hergibt — über den Monat gleicht es das wieder aus. Mehr als das Monatslimit zahlst du also nicht.

Interessanter als das Mindestbudget, das Google nicht verlangt, ist die Frage, was dein Budget leisten muss. Rechne rückwärts: Bei 1 € CPC und 2 % Conversion Rate liefern 300 € Budget rund 300 Klicks — etwa 6 Conversions. Genug, um erste Schlüsse zu ziehen. Ein Budget, das nur eine Handvoll Klicks pro Woche erlaubt, produziert dagegen nur Rauschen.

Bei meinem eigenen Shop fahre ich seit Jahren mit einem Budget in dieser Grössenordnung profitabel — allerdings in einer engen B2B-Nische mit exakt eingegrenzten Keywords. Je spitzer das Thema, desto weiter reicht ein kleines Budget; wer breite Shopping-Keywords bucht, verbrennt denselben Betrag in Tagen.

Die häufigste Kostenfalle: bezahlen für die falschen Suchanfragen

Die teuerste Lektion in meinem Konto war nicht der Klickpreis, sondern der Suchbegriffe-Bericht: Wochenlang habe ich für Suchanfragen bezahlt, die mit meinem Sortiment nichts zu tun hatten — bis ich angefangen habe, auszuschliessende Keywords konsequent zu pflegen. Seither gehört dieser Bericht zu jedem Monatsabschluss wie die Umsatzliste.

Dahinter steckt dasselbe Muster wie bei zwei weiteren typischen Kostenfallen: zu breite Keyword-Optionen ohne Ausschlussliste — dann entscheidet Googles Interpretation deiner Keywords, wofür du zahlst. Und Kampagnen-Voreinstellungen, die Reichweite über Präzision stellen — sie liefern zuverlässig Klicks, aber nicht zwingend die richtigen. In allen drei Fällen ist nicht der CPC das Problem, sondern wofür er anfällt.

Die bessere Frage: Was darf ein Klick kosten?

Branchenstatistiken beantworten die falsche Frage. Ob ein CPC von 2 € teuer ist, entscheidet nicht der Durchschnitt, sondern deine Marge. Die Obergrenze rechnest du rückwärts: Der Max CPA entspricht dem Deckungsbeitrag pro Bestellung — mehr darf ein Neukunde beim ersten Kauf nicht kosten. Daraus folgt der maximale Klickpreis:

Max CPC = Max CPA × (Conversion Rate ÷ 100)

Ein Beispiel mit 50 € Deckungsbeitrag pro Bestellung und 2 % Conversion Rate:

Deckungsbeitrag pro Bestellung 50 €
Conversion Rate 2 %
= Max CPA (= Deckungsbeitrag) 50 €
= Max CPC (50 × 2 ÷ 100) 1,00 €

Liegt dein realer CPC unter diesem Maximum, ist der Kanal profitabel — egal, was die Branchenstatistik sagt. Den Grenzwert für deine Zahlen liefert der Break-Even-ROAS-Rechner; wie Marge und ROAS zusammenhängen, vertieft der ROAS-Guide.

Rechne rückwärts statt zu raten

Marge und Conversion Rate eingeben — der Break-Even-ROAS-Rechner liefert deinen maximalen CPA und maximalen CPC für profitable Kampagnen.

Zum Break-Even-ROAS-Rechner →

Häufige Fragen

Was kostet Google Ads pro Monat?
Es gibt keinen Festpreis: Du legst dein Tagesbudget selbst fest, abgerechnet wird pro Klick. Kleine Konten funktionieren ab wenigen hundert Euro im Monat, wenn die Keywords eng gefasst sind. Das Budget muss vor allem genug Klicks liefern, damit Conversions messbar werden.
Was kostet ein Klick bei Google Ads?
Je nach Branche und Wettbewerb von unter einem Euro bis zu mehreren Euro: E-Commerce liegt grob bei 0,45–2,75 €, SaaS und B2B bei 7,50–14 €, umkämpfte Rechts-, Versicherungs- und Finanzthemen bei 9–28 € und mehr. Branchen-Richtwerte zeigt der CPC-Rechner.
Wie viel Budget brauche ich für den Anfang?
Rechne rückwärts: Bei 1 € CPC und 2 % Conversion Rate liefern 300 € rund 300 Klicks und damit etwa 6 Conversions — genug für erste Schlüsse. Budgets, die nur eine Handvoll Klicks pro Woche erlauben, produzieren nur Rauschen.
Lohnt sich Google Ads für kleine Unternehmen?
Ja, wenn die Rechnung stimmt: Der maximale Klickpreis ergibt sich aus Deckungsbeitrag pro Bestellung × Conversion Rate. Liegt der reale CPC darunter, ist der Kanal profitabel — unabhängig von der Kontogrösse. Genau das berechnet der Break-Even-ROAS-Rechner.

Hintergrund & Quellen

Mehr über den Autor dieses Artikels findest du auf der Über-uns-Seite.