Marketing-Rechner

YouTube CPM: was Reichweite auf YouTube kostet

Auf YouTube ist der CPM nicht die einzige Abrechnungseinheit, und das macht die Zahl schwerer vergleichbar als bei Meta oder TikTok. Bumper- und nicht überspringbare Anzeigen laufen über den Tausenderkontaktpreis, überspringbare und In-Feed-Anzeigen über den Preis je Aufruf. Unten steht, was welches Format kostet und warum der Monat fast so viel ausmacht wie das Format. Für die Rechnung ohne YouTube-Bezug nimm den CPM / TKP Rechner.

Mit YouTube-typischen Werten vorbelegt

CPM

Budget ÷ Impressionen × 1.000

Impressionen je 1.000 €

Was ein Tausender an Reichweite kauft

Effektiver Preis je Aufruf

CPM ÷ (10 × View-Rate)

Die dritte Karte ist der Grund, warum sich CPM und CPV auf YouTube nicht ausschliessen: Wer nach Einblendungen zahlt, kann trotzdem ausrechnen, was ihn ein Aufruf kostet.

YouTube CPM nach Anzeigenformat: von Bumper bis Shorts

Die Spannweite kommt vom Format, nicht von der Zielgruppe. Sechs Sekunden Bumper und ein nicht überspringbarer Spot konkurrieren um dieselben Zuschauer, kosten aber das Doppelte auseinander. Die Spalte «Abrechnung» sagt, ob überhaupt nach Einblendungen bezahlt wird:

Anzeigenformat CPM Abrechnung
Bumper (6 Sekunden) 3,24–4,37 $ CPM
YouTube Shorts ca. 4 $ CPM oder CPV
In-Feed (Discovery) 3–8 $ CPV
Überspringbar in-stream 5–10 $ CPM oder CPV
Nicht überspringbar 6–10 $ CPM
Connected TV 8,72–10,01 $ CPM

Shorts liegen mit rund 4 $ am unteren Ende, und das ist kein Schnäppchen, sondern eine andere Ware: Ein Aufruf zählt dort nach zehn Sekunden, bei in-stream erst nach dreissig. Wer beide Zahlen nebeneinanderlegt, vergleicht verschieden lange Aufmerksamkeit. Connected TV kostet am meisten und liefert die höchsten Abschlussraten. Für Reichweite die teuerste Wahl, für Abverkauf die falsche. Wie sich ein CPM in einen Klickpreis übersetzt, rechnet der CPC-Rechner. Und eine Verwechslung, die diese Tabelle wertlos macht, wenn man sie übersieht: Das sind Einkaufspreise aus Sicht des Werbetreibenden. Was auf der anderen Seite beim Kanalbetreiber ankommt, ist der RPM, und der liegt systematisch darunter — YouTube behält seinen Anteil, und der RPM verteilt sich über alle Aufrufe, auch die ohne Werbung. Diese Seite rechnet die Einkaufsseite; die Auszahlungsseite rechnet der RPM-Rechner.

Der Monat schlägt das Format: CPM im Jahresverlauf

Ein Punkt, der in Formattabellen untergeht. Der Zeitpunkt bewegt den Preis stärker als fast jede Formatentscheidung, und zwar in einer Grössenordnung, die eine sorgfältig optimierte Kampagne im falschen Monat wieder einholt. Zwischen dem billigsten und dem teuersten Fenster liegt der Faktor drei.

  • Januar bis Februar, 1,98–2,50 $: die Flaute nach dem Weihnachtsgeschäft. Das günstigste Fenster, um Zielgruppen aufzubauen.
  • April bis Mai, 6,00–6,33 $: die Q2-Budgets greifen, mehr Marken sind in der Auktion.
  • Juli bis August, 1,76–3,00 $: Sommerloch, wieder günstig.
  • Oktober bis November, 5–7 $ und mehr: der Anlauf aufs Weihnachtsgeschäft.
  • Cyber Week, 5,70 $ im Schnitt, Spitze 6,93 $: die teuerste Zeit des Jahres.

Daraus folgt eine unbequeme Planungsregel. Wer im November Reichweite einkauft, zahlt für dieselbe Zielgruppe rund das Dreifache dessen, was sie im Januar gekostet hätte. Aufbau von Zielgruppen und Retargeting-Listen gehört deshalb in die Flauten, nicht in die Hochsaison: Wer im Januar sammelt, bespielt im November eine Liste, für deren Aufbau er dann das Dreifache gezahlt hätte.

Und die Ländergrenze. US-Kampagnen liegen deutlich über dem globalen Schnitt; der DACH-Raum zählt ebenfalls zu den teureren Märkten. Belastbare Zahlen je Land gibt es dazu nicht, jedenfalls keine mit offengelegter Stichprobe. Die Formatunterschiede sind ohnehin grösser als das, was zwischen den Märkten liegt.

Häufige Fragen

Was ist ein guter CPM auf YouTube?
Das hängt vor allem am Format: Bumper-Anzeigen liegen bei 3,24–4,37 $, Shorts bei rund 4 $, überspringbare in-stream bei 5–10 $ und Connected TV bei 8,72–10,01 $. Ein Vergleich lohnt nur innerhalb desselben Formats. Der Zeitpunkt bewegt den Preis zusätzlich um den Faktor drei zwischen Januar und Cyber Week.
Warum sind YouTube Shorts günstiger als in-stream?
Weil dort etwas anderes verkauft wird. Bei Shorts zählt ein Aufruf nach zehn Sekunden, bei in-stream erst nach dreissig. Der niedrigere Preis bildet also die kürzere Aufmerksamkeitsspanne ab und ist kein Rabatt auf dieselbe Leistung.
Rechnet YouTube nach CPM oder nach CPV ab?
Beides, je nach Format. Bumper und nicht überspringbare in-stream-Anzeigen laufen über Ziel-CPM, also nach Einblendungen. Überspringbare in-stream- und In-Feed-Anzeigen laufen über CPV, also nach Aufrufen. Shorts können beides. Deshalb lässt sich ein YouTube-Konto nicht mit einer einzigen Kennzahl steuern.
Was ist der Unterschied zwischen YouTube-CPM und YouTube-RPM?
Die Blickrichtung. Der CPM ist der Preis, den ein Werbetreibender für 1.000 Einblendungen zahlt. Der RPM ist der Betrag, den ein Creator für 1.000 Videoaufrufe ausgezahlt bekommt — nach YouTubes Anteil und über alle Aufrufe hinweg, auch die ohne Werbung. Der RPM liegt deshalb systematisch unter dem CPM, und beide Zahlen sind keine zwei Sichten auf dasselbe Geld.

Hintergrund & Quellen