Marketing-Rechner

MER Marketing Efficiency Ratio – auch «Blended ROAS»

Die Marketing Efficiency Ratio (MER), auch als «Blended ROAS» bekannt, ist die Makro-Kennzahl für die Gesamteffizienz deines Marketings. Statt einzelne Kampagnen zu messen, betrachtet sie das gesamte Unternehmen: Wie viel Umsatz erzeugt jeder ausgegebene Marketing-Euro?

Die Formel

MER = Gesamtumsatz ÷ Gesamte Marketingausgaben

Beispiel: Dein Shop erzielt in einem Monat 80.000 € Umsatz. Dafür gibst du 12.000 € für alle Marketingkanäle aus (Meta, Google, Influencer, E-Mail-Tools, Agentur).

MER = 80.000 ÷ 12.000 = 6,67

Das bedeutet: Jeder Marketing-Euro generiert 6,67 € Umsatz im Schnitt über alle Kanäle hinweg.

Warum die MER seit iOS 14 unverzichtbar ist

Früher konntest du den ROAS-Berichten der Plattformen weitgehend vertrauen. Seit Apples App Tracking Transparency (ATT) ist das vorbei: Meta, Google und TikTok «sehen» nur noch einen Bruchteil der tatsächlichen Conversions. Die Folge ist systematische Über-Attribution – jede Plattform beansprucht dieselben Käufe für sich.

Davon ist die MER nicht betroffen, weil sie kein Pixel-Tracking benötigt. Sie setzt einfach den tatsächlichen Shop-Umsatz (aus deinem Shopsystem) gegen deine realen Ausgaben (aus deiner Buchhaltung). Kein Algorithmus kann diese Zahlen manipulieren.

MER vs. ROAS – was der Unterschied in der Praxis bedeutet

ROAS (Meta/Google)MER
DatenquellePlattform-PixelShopsystem + Buchhaltung
GranularitätKampagne / AnzeigengruppeGesamtes Unternehmen
Tracking-AbhängigkeitHoch (iOS-Problem)Keine
EinsatzKampagnen optimierenGesamtbudget steuern

Der ROAS ist das Steuer für den Alltag. Die MER ist der GPS, der dir sagt, ob du insgesamt auf dem richtigen Weg bist.

Wie du eine gesunde MER definierst

Ein MER-Ziel lässt sich direkt aus deiner Bruttomarge ableiten: Bei 40 % Bruttomarge und dem Ziel, 20 % der Marge für Marketing einzusetzen, sollte die MER mindestens 5,0 betragen (1 ÷ 0,40 × (1/0,20); vereinfacht: je höher die Marge, desto niedriger darf die MER sein). Konkrete Benchmarks variieren stark nach Branche und Wachstumsphase.

MER als Nordstern-Metrik

Erfolgreiche DTC-Brands (Direct-to-Consumer) setzen sich ein MER-Ziel für jede Wachstumsphase und nutzen den Kanal-ROAS nur als operative Steuerungsgrösse. Wenn die MER fällt, obwohl der Plattform-ROAS stabil bleibt, ist das ein sicheres Zeichen für schlechter werdende Neukundenakquise oder steigende Abhängigkeit von Bestandskunden.