ROAS Return on Ad Spend
Der Return on Ad Spend (ROAS) ist die meistgenutzte Kennzahl im Performance Marketing. Er misst, wie viel Umsatz für jeden investierten Euro oder Franken in Werbung erzielt wird.
Die Formel
ROAS = Umsatz ÷ Werbeausgaben
Beispiel: Du gibst 1.000 € für Google Ads aus und erzielst damit 4.000 € Umsatz → ROAS = 4,0 (oder «4x»).
Was ein guter ROAS ist – und warum die Frage falsch gestellt ist
Ein ROAS von 4x klingt gut. Aber ob er es tatsächlich ist, hängt vollständig von deiner Bruttomarge ab:
- Bei 50 % Marge liegt der Break-Even ROAS bei 2,0x – du verdienst bei ROAS 4x also tatsächlich Geld.
- Bei 20 % Marge liegt der Break-Even ROAS bei 5,0x – du verlierst bei ROAS 4x pro Bestellung Geld, obwohl der ROAS «gut» aussieht.
Ein ROAS ohne Marge ist daher eine halbe Information. Er zeigt Umsatzeffizienz – nicht Profitabilität.
ROAS vs. ROMI vs. MER – die drei Ebenen
| Kennzahl | Misst | Einsatzgebiet |
|---|---|---|
| ROAS | Umsatz pro € Ad Spend | Kampagnen-Ebene |
| ROMI | Bruttogewinn pro € Ad Spend | Kampagnen-Profitabilität |
| MER | Gesamtumsatz pro € Marketing-Budget | Unternehmens-Ebene |
Für tägliche Kampagnensteuerung verwendest du den ROAS. Um zu beurteilen, ob eine Kampagne wirklich profitabel ist, brauchst du den ROMI. Für das grosse Bild nutzt du die MER.
ROAS und iOS 14: Warum der Wert immer unzuverlässiger wird
Seit den Datenschutzänderungen durch Apple ATT attribuieren Plattformen wie Meta und Google Conversions fehlerhaft. Der gemeldete ROAS ist dadurch häufig zu hoch – weil Käufe mehrfach gezählt oder organischen Käufern zugeschrieben werden. Die Folge: Du optimierst auf eine Zahl, die nicht der Realität entspricht.
Die robustere Alternative für das Gesamtbild ist die MER (Marketing Efficiency Ratio), die unabhängig von Plattform-Tracking den realen Umsatz zu den realen Ausgaben ins Verhältnis setzt.
Fazit
Der ROAS ist ein unverzichtbares Werkzeug – aber nur als Teil eines vollständigen Kennzahlensystems. Kombiniere ihn immer mit dem Break-Even ROAS (der aus deiner Bruttomarge folgt) und der MER als Gegencheck auf Unternehmensebene.