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Unit Economics Wirtschaftlichkeit pro Transaktion

Unit Economics bezeichnet die Wirtschaftlichkeit eines Geschäftsmodells auf der Ebene einer einzelnen Einheit – einer Transaktion, eines Kunden oder eines Produkts. Im E-Commerce und Performance Marketing ist die «Einheit» in der Regel eine einzelne Bestellung oder ein einzelner Neukunde.

Der entscheidende Aspekt: Unit Economics werden vor der Berücksichtigung von Fixkosten (Miete, Personal, Server) betrachtet. Sie zeigen, ob das Geschäftsmodell auf Transaktionsebene grundsätzlich funktioniert.

Die vier Kern-Metriken der Unit Economics

1. Deckungsbeitrag pro Bestellung (DB)

DB = Verkaufspreis − variable Kosten (Wareneinsatz, Versand, Payment, Retouren)

Zeigt, wie viel nach den direkten Produktionskosten für alles andere übrig bleibt.

2. Customer Acquisition Cost (CAC)

CAC = Gesamte Marketingausgaben ÷ Anzahl Neukunden

Was kostet es, diesen Deckungsbeitrag einmal zu «kaufen»? Ein CAC, der über dem Deckungsbeitrag liegt, bedeutet Verlust beim ersten Kauf.

3. Profit-CLV

Profit-CLV = DB × durchschnittliche Käufe pro Kunde

Der gesamte Deckungsbeitrag eines Kunden über seine gesamte Lebensdauer. Zeigt, wie viel ein Kunde langfristig wert ist.

4. LTV:CAC-Verhältnis

LTV:CAC = Profit-CLV ÷ CAC

Das Verhältnis, das alles zusammenfasst: Wie viel Deckungsbeitrag kommt pro investiertem Akquise-Euro zurück?

Warum Unit Economics die Basis für alles sind

Ohne gesunde Unit Economics kann kein Unternehmen profitabel skalieren – unabhängig von Wachstumsrate, Umsatzhöhe oder Investorengeldern. Das zeigt das berühmte Gegenbeispiel: Ein Unternehmen, das bei jeder Bestellung Geld verliert, verliert mit jedem weiteren Kunden mehr Geld. Mehr Umsatz macht die Situation schlechter, nicht besser.

Der Unit-Economics-Check in der Praxis

Für ein gesundes E-Commerce-Modell gelten folgende Mindestanforderungen:

MetrikZielwert
Bruttomarge≥ 30 % (besser ≥ 40 %)
Max CPA ≥ tatsächlicher CPACAC < Deckungsbeitrag
LTV:CAC≥ 3:1
CAC Payback Period≤ 6–12 Monate

Sind diese Werte bekannt, lassen sich Kampagnen-Limits präzise ableiten: Welcher Max CPC ist vertretbar? Wie hoch darf der CPA sein? Ab welchem ROAS ist eine Kampagne kostendeckend?

Wer diese Zahlen nicht kennt, optimiert im Blindflug – und riskiert, durch Wachstum das Problem zu vergrössern statt zu lösen.